Recherche · Stand: September 2026
Diesen Weg bin ich noch nicht selbst gegangen. Die Angaben stammen aus den Quellen am Ende dieses Artikels, vor allem vom Wegträger.
Der Schluchtensteig ist ein 119 km langer Fernwanderweg im Schwarzwald, genauer im Naturpark Südschwarzwald. In sechs Etappen führt er von Stühlingen an der Schweizer Grenze nach Wehr und verbindet dabei sieben Schluchten, darunter die Wutachschlucht. Wer sportlich unterwegs ist, kann die Strecke laut Wegträger auch in fünf Tagen gehen.
Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Länge | 119 km |
| Etappen | 6 (Klassiker) oder 5 (sportliche Variante) |
| Start | Stühlingen, katholische Kirche |
| Ziel | Wehr, Schlosspark |
| Höhenmeter | 3.180 m im Aufstieg, 3.290 m im Abstieg |
| Höchster und tiefster Punkt | Krummenkreuz mit 1.148 m, tiefster Punkt 346 m |
| Schwierigkeit | schwer (Deutscher Wanderverband) |
| Markierung | grüne Schluchtensteig-Raute, in beide Richtungen ausgeschildert |
| Auszeichnungen | Qualitätsweg Wanderbares Deutschland (zuletzt 2025 zertifiziert), Top Trails of Germany (seit 2012) |
| Wegträger | Projektstelle Wandern beim Landratsamt Waldshut |
| Offizielle Infoseite | schluchtensteig.de |
Tourenportale nennen zum Teil andere Höhenmeter, Schwarzwald Tourismus etwa 3.379 m im Aufstieg. Hier gelten die Werte von der Übersichtsseite des Wegträgers.
Schluchtensteig: Etappen im Überblick
Der Wegträger schlägt zwei Einteilungen vor. Der Klassiker verteilt die Strecke auf sechs Wandertage mit 18 bis 22 km pro Tag.
| Etappe | Start | Ziel | km | Gehzeit |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Stühlingen | Blumberg | 19 | 5,5 h |
| 2 | Blumberg | Schattenmühle | 20 | 6 h |
| 3 | Schattenmühle | Schluchsee-Fischbach | 18 | 6 h |
| 4 | Schluchsee-Fischbach | St. Blasien | 20 | 5,5 h |
| 5 | St. Blasien | Todtmoos | 20 | 6 h |
| 6 | Todtmoos | Wehr | 22 | 7,5 h |
Was dich laut den Etappenseiten des Wegträgers unterwegs erwartet:
- Etappe 1: erst am Ufer der Wutach entlang, dann durch die Wutachflühen auf schmalen, teils ausgesetzten Pfaden und hinauf zum Aussichtspunkt Buchberg (876 m).
- Etappe 2: über eine steile Leiter hinab zu den Schleifenbachfällen, dann durch die Wutachschlucht mit Treppen, Drahtseilgeländer an den Felswänden und Pfaden knapp über dem Wasser.
- Etappe 3: vorbei am Räuberschlössle auf einem 80 m hohen Felsen, durch die Haslachschlucht nach Lenzkirch und durch das Schwendetal nach Fischbach.
- Etappe 4: bequeme Forstwege, Blick vom Bildstein (1.134 m) über den Schluchsee, der höchste Punkt der Route am Krummenkreuz und zum Schluss der Windbergwasserfall vor St. Blasien.
- Etappe 5: hinauf zum Aussichtsturm auf dem Lehenkopf (1.039 m), über offene Weiden des Hotzenwalds bei Dachsberg und Ibach und steil hinab durch die Hohwehraschlucht nach Todtmoos.
- Etappe 6: durch die Wehraschlucht mit bis zu 200 m hohen Felshängen auf schmalen, teils ausgesetzten Pfaden, zuletzt über die Staumauer des Wehra-Stausees nach Wehr.
Die sportliche Tour mit fünf Wandertagen fasst die ersten drei Etappen neu zusammen: von Stühlingen zur Wutachmühle (26 km), von der Wutachmühle nach Lenzkirch (26 km) und von Lenzkirch nach St. Blasien (25 km). Ab St. Blasien sind beide Varianten gleich.
Für wen eignet sich der Weg?
Der Wegträger beschreibt den Schluchtensteig als Weg für Wanderer mit Kondition, die trittsicher und weitgehend schwindelfrei sind. Der Deutsche Wanderverband stuft ihn als schwer ein. Laut Wegträger verlaufen 45 Prozent der Strecke auf naturbelassenen Wegen, davon mehr als zwei Drittel auf schmalen Pfaden. Dazwischen liegen Forstwege, Wiesenpfade und offene Hochflächen, vor allem auf den Etappen 4 und 5.
Mit Kindern empfiehlt der Wegträger Tageswanderungen, eine mehrtägige Tour sei für Kinder eher zu anstrengend. In den Schluchtenabschnitten sollen kleine Kinder an der Hand geführt oder ans Seil genommen werden. Mit Kinderwagen ist der Weg ausdrücklich nicht begehbar.
Hunde dürfen mit, es gilt Leinenpflicht. Für die steile Leiter an den Schleifenbachfällen gibt es eine Umgehung. Auf den Etappen 4 und 5 quert der Weg Weiden, auf denen Mutterkühe mit Kälbern stehen können. Der Wegträger rät dort: zügig durchqueren, Abstand halten.
Wie gefährlich ist der Schluchtensteig?
Laut Wegträger und Ferienregion Wutachschlucht gibt es vor allem drei Risiken:
- Trittsicherheit: Schmale, teils ausgesetzte Pfade gibt es in den Wutachflühen (Etappe 1) und in der Wehraschlucht (Etappe 6), in der Wutachschlucht (Etappe 2) sind Felswände mit Drahtseil gesichert. Knöchelhohe Wanderschuhe mit Profilsohle nennt der Wegträger „unbedingt erforderlich“, dazu eventuell Stöcke für die teils sehr steilen und rutschigen Abschnitte.
- Schwindelfreiheit: Auch nicht schwindelfreie Wanderer können den Weg laut Wegträger mit der nötigen Vorsicht gehen, mit einer Ausnahme: der rund 8 m hohen, sehr steilen Leiter bei den Schleifenbachfällen am Anfang von Etappe 2. Dafür gibt es eine beschriebene Umleitung.
- Nässe und Naturgefahren: Je nach Witterung sind die Wege in der Wutachschlucht rutschig, vor allem an den Steilhängen, nach Starkregen auch matschig. In Bannwäldern und Naturschutzgebieten kann Totholz herabfallen, in den Schluchten droht Steinschlag. Für die Wutachflühen gibt es eine ausgeschilderte Schlechtwetter-Alternative, die der Wegträger nach Starkregen empfiehlt.
In den Schluchten hast du oft nur schwachen oder gar keinen Handyempfang. Die Wutachflühen sowie die Wutach-, Haslach- und Wehraschlucht sind in beschilderte Rettungssektoren eingeteilt, damit die Bergwacht dich schneller findet. Merk dir, in welchem Sektor du gerade bist. Den Notruf 112 kannst du laut Wegträger auch ohne eigenes Netz versuchen, das Handy wählt sich dann ins stärkste Netz vor Ort ein.
Aktuelle Sperrungen: Der Wegträger veröffentlicht Sperrungen und Umleitungen auf seiner Seite Aktuelle Weginfos und bittet, sie kurz vor der Tour zu lesen. Beim Abruf am 28.09.2026 standen dort diese Meldungen:
- Lotenbachklamm: Der Zuweg zwischen Etappe 2 und 3, kein offizieller Teil des Schluchtensteigs, ist nach einem Erdrutsch für die gesamte Wandersaison 2026 gesperrt, ebenso der Müllerweg oberhalb. Neu bewertet wird nach dem Winter.
- Etappe 5 bei Ibach: Wegen Holzfällarbeiten ist ein Abschnitt ab dem 10.09.2026 für 4 bis 5 Wochen gesperrt. Die Umleitung über den Hörnleweg ist nicht länger als der reguläre Weg.
- Etappe 6 in Wehr: Der Hummelsteg nördlich des Schwimmbads ist gesperrt. Eine Umleitung ist ausgeschildert und verlängert die Etappe nicht.
- Windbergschlucht (Etappe 4): Angekündigt ist die Sanierung von drei Brücken mit einer Sperrung von bis zu fünf Werktagen. Einen Termin gab es noch nicht.
Für die Wutachschlucht selbst meldete der Wegträger zu diesem Zeitpunkt keine Sperrung.
Beste Reisezeit
Der Wegträger gibt als Saison Anfang Mai bis Ende Oktober an. Von November bis Mai ruht der Weg: Umgestürzte Bäume, Steinschlag und Erdrutsche werden erst im Frühjahr beseitigt, und bei Regen, Schnee und Frost werden die steilen, schmalen Steige spiegelglatt. Im Sommer sind die Schluchten angenehm kühl und schattig, an warmen Tagen empfiehlt der Wegträger trotzdem Sonnenschutz.
Der Wanderbus durch die Wutach- und Gauchachschlucht, der die Schattenmühle am Ende von Etappe 2 anfährt, verkehrt an Wochenenden und Feiertagen nur von Mitte April bis Anfang Oktober. In Ferien, an Feiertagen und Wochenenden sind viele Unterkünfte früh ausgebucht. Der Wegträger rät deshalb, die Wanderwoche in der Wochenmitte zu beginnen.
Übernachten
Der Wegträger rät, jeweils am Etappenziel zu übernachten. Von einer einzigen Unterkunft aus zu den Etappen zu pendeln, hält er wegen langer Fahrten mit Bus und Bahn für schwierig. Unterkünfte findest du im Gastgeberverzeichnis auf schluchtensteig.de. Reservieren solltest du laut Wegträger spätestens eine Woche vorher.
Sonderfall Etappe 2: Die Schattenmühle liegt tief in der Wutachschlucht, Quartiere gibt es laut Wegträger in Bonndorf, Löffingen, Bräunlingen oder Hüfingen. Weil die Lotenbachklamm 2026 gesperrt ist, rät der Wegträger Gästen in Bonndorf, den Steig an der Abzweigung „Ehemaliges Bad Boll“ zu verlassen und der blauen Raute 3,5 km nach Bonndorf zu folgen. Alternativ bestellst du vorab ein Taxi zur Schattenmühle, denn dort gibt es kaum Mobilfunkempfang.
In den Naturschutzgebieten Wutachschlucht und Wutachflühen ist Übernachten in jeder Form verboten, auch in Schutzhütten. Legal geht es in den Trekking-Camps am Wanderkreuz des Südens, die von Mai bis Oktober buchbar sind. Sie sind nur zu Fuß erreichbar und bieten Platz für bis zu drei Zelte. Dazu kommen One-Night-Camps von Privatleuten, Landwirten und Gemeinden entlang des Steigs.
Wo du unterwegs zelten darfst und wo nicht, erklären die Ratgeber Trekkingplätze in Deutschland und Wildcampen in Deutschland.
Wandern ohne Gepäck
Für Pauschalen mit Gepäcktransport nennt der Wegträger zwei Buchungsstellen: Original Landreisen in Freiburg und Schwarzwald Gepäck Transport in Hasel. Einen individuellen Gepäcktransfer ohne Pauschale bietet laut FAQ des Wegträgers Schwarzwald Gepäck Transport an. Weitere Reiseveranstalter listet der Wegträger auf der Seite Wandern ohne Gepäck. Leistungen und Preise erfährst du direkt bei den Anbietern.
Wie Gepäcktransport und Pauschalreisen grundsätzlich funktionieren und worauf du bei der Buchung achtest, steht im Ratgeber Wandern ohne Gepäck in Deutschland.
Anreise und Rückreise
Wichtig für 2026 und 2027: Wegen der Elektrifizierung der Hochrheinbahn fahren seit dem 26.04.2026 zwischen Rheinfelden und Erzingen und seit dem 10.10.2026 auch zwischen Basel Badischer Bahnhof und Rheinfelden Ersatzbusse statt Züge. Die Deutsche Bahn plant die Inbetriebnahme für Dezember 2027. Prüf deine Verbindung deshalb tagesaktuell auf bahn.de oder in der Fahrplanauskunft von bwegt.
Nach Stühlingen: Ab Basel Badischer Bahnhof fährst du mit dem Ersatz-Expressbus (Linie A oder B, halbstündlich) nach Waldshut und von dort mit dem Bus (Ersatzverkehr oder Linie 7338) bis zur Haltestelle Stühlingen katholische Kirche. Alternativ geht es über Stuttgart und Singen mit dem RE3 bis Erzingen, weiter per Bus nach Lauchringen und mit der Linie 7338 nach Stühlingen, rund 2 Stunden ab Singen. Mit dem Auto parkst du kostenlos an der Stadthalle Stühlingen, nicht am Kronenplatz.
Nach und ab Wehr: Ab Basel Badischer Bahnhof fährst du mit der S6 bis Schopfheim und mit dem Bus 7335 zum Busbahnhof Wehr, laut Wegträger in rund einer Stunde. In Wehr darfst du auf mehreren kostenlosen Parkplätzen mehrere Tage parken, etwa am Busbahnhof.
Zurück zum Start: Für den Rückweg von Wehr nach Stühlingen stellt der Wegträger den Fahrplan „Freizeitbus Schluchtensteig Fahrplan 2026“ als PDF bereit. Mit der KONUS-Gästekarte, die du in den Unterkünften der Schluchtensteig-Gemeinden bekommst (Ausnahme Stühlingen), fährst du Bus und Nahverkehrszüge in der Ferienregion Schwarzwald kostenlos. Achtung: An Wochenenden fahren zwischen Stühlingen Bahnhof und Blumberg Schulzentrum keine Busse.
Karte und GPX
Den offiziellen Verlauf zeigt der Wegträger auf jeder Etappenseite unter „Tourdaten“ als interaktive Karte, zum Beispiel für Etappe 1. Einen GPX-Track der Gesamtstrecke bietet Top Trails of Germany zum Download an, dort auch für jede Etappe. Die Tourenseite von Schwarzwald Tourismus mit Daten des Landkreises Waldshut enthält die Hauptroute und die Etappen ebenfalls als GPX-Datei.
Auf der Prospektseite des Wegträgers kannst du einen Übersichtsflyer mit Karte, Höhenprofil und Etappenangaben als PDF herunterladen, den Tourenführer gibt es dort als Blätterkatalog. Für unterwegs gibt es eine wetterfeste Wanderkarte als Leporello mit 17 Teilkarten im Maßstab 1:25.000. Wenn du mit Komoot oder einer anderen App planst, gleich den Verlauf mit dem offiziellen Track ab. Umleitungen schildert der Wegträger vor Ort mit einheitlichen Tafeln aus.
Häufige Fragen zum Schluchtensteig
Welche Etappe des Schluchtensteigs ist die schönste?
Der Wegträger kürt keine schönste Etappe, hebt aber die Wutachschlucht auf Etappe 2 als beliebtes Ziel für eine Tageswanderung hervor. Für einen einzelnen Tag rät er eher zu Rundtouren als zu den Streckenetappen, weil An- und Abreise dann einfacher sind.
Was erwartet dich auf Etappe 5?
Etappe 5 führt über 20 km von St. Blasien nach Todtmoos, der Wegträger rechnet mit 6 Stunden. Unterwegs liegen der Aussichtsturm auf dem Lehenkopf, Weiden mit Blick bis zu den Alpen und zum Schluss der steile Abstieg durch die Hohwehraschlucht. Bei Ibach gilt ab dem 10.09.2026 für 4 bis 5 Wochen eine Umleitung über den Hörnleweg.
Wie viele Höhenmeter hat der Schluchtensteig?
Laut Wegträger 3.180 m im Aufstieg und 3.290 m im Abstieg, zusammen also über 6.000 Höhenmeter. Der tiefste Punkt liegt bei 346 m, der höchste am Krummenkreuz auf Etappe 4 bei 1.148 m.
Lässt sich der Schluchtensteig in fünf Tagen gehen?
Ja. Die sportliche Variante des Wegträgers mit Etappen von bis zu 26 km spart einen Tag, verlangt auf den ersten drei Etappen aber jeweils 7 bis 7,5 Stunden Gehzeit.
Gibt es eine Karte des Schluchtensteigs als PDF?
Ja, den Übersichtsflyer mit Karte, Höhenprofil und Etappenangaben bietet der Wegträger auf seiner Prospektseite als PDF an. GPX-Tracks gibt es bei Top Trails of Germany und Schwarzwald Tourismus.
Weitere Fernwanderwege
- Westweg im Schwarzwald
- Neckarsteig am Neckar
Quellen
- Infostelle Schluchtensteig, Landratsamt Waldshut (Wegträger): Übersicht, Etappenseiten 1, 2, 3, 4, 5 und 6, abgerufen am 28.09.2026
- Infostelle Schluchtensteig: Aktuelle Weginfos, FAQ von A bis Z, Anreise und Mobilität, Qualität, Trekking, Gastgeber, Wandern ohne Gepäck und Prospekte und Karten, abgerufen am 28.09.2026
- Schwarzwald Tourismus: Schluchtensteig Schwarzwald, abgerufen am 28.09.2026
- Deutscher Wanderverband, Wanderbares Deutschland: Schluchtensteig, abgerufen am 28.09.2026
- Top Trails of Germany: Schluchtensteig Schwarzwald, abgerufen am 28.09.2026
- Ferienregion Wutachschlucht: Sicherheit in der Schlucht, abgerufen am 28.09.2026
- Landkreis Waldshut: Elektrifizierung der Hochrheinbahn, Start des Schienenersatzverkehrs (20.04.2026), abgerufen am 28.09.2026
- Deutsche Bahn: Bauarbeiten auf der Hochrheinbahn, so bleiben Fahrgäste mobil (24.04.2026), abgerufen am 28.09.2026
