Malerweg Sächsische Schweiz: alle 8 Etappen im Überblick

Recherche · Stand: September 2026

Diesen Weg bin ich noch nicht selbst gegangen. Die Angaben stammen aus den Quellen am Ende dieses Artikels, vor allem vom Wegträger.

Der Malerweg führt auf rund 116 Kilometern durch das Elbsandsteingebirge in der Sächsischen Schweiz nahe Dresden. Der Tourismusverband Sächsische Schweiz teilt ihn in acht Tagesetappen ein: Start ist in Pirna-Liebethal am Eingang des Liebethaler Grundes, Ziel ist der Markt in Pirna. Rechts der Elbe verläuft die Route durch den Nationalpark bis nach Schmilka an der Grenze zu Tschechien, links der Elbe kehrt sie über die Tafelberge nach Pirna zurück.

Steckbrief

MerkmalAngabe
Längerund 116 km (Richtwert des Tourismusverbands, je nach Messmethode leicht abweichend)
Etappen8 Tagesetappen zwischen 10,9 und 18,3 km
Gehzeit gesamtrund 46 Stunden ohne Pausen und Abstecher
Höhenmeter gesamtrund 3.600 Höhenmeter
StartPirna-Liebethal, Eingang Liebethaler Grund
ZielPirna, Canaletto-Haus am Markt
Höchster Berg am WegGroßer Winterberg, 556 m (Etappe 5)
Markierunggeschwungenes schwarzes „M“ auf weißem Grund, in beide Richtungen ausgeschildert
Eröffnung10. Juni 2006
Auszeichnungen2007 Platz 1 bei der Wahl „Deutschlands schönster Wanderweg“ des Wandermagazins, 2023 Platz 3 bei derselben Publikumswahl
Siegelan den Qualitätskriterien des Deutschen Wanderverbands ausgerichtet, aber kein Zertifikat genannt; nicht bei den Top Trails of Germany
Wegträger und InfoseiteTourismusverband Sächsische Schweiz e.V., saechsische-schweiz.de/malerweg

Laut Tourismusverband folgt der Malerweg in etwa der Route, auf der Reisende und Künstler wie Caspar David Friedrich oder Ludwig Richter bis Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Sächsische Schweiz zogen. 2026 feiert der Weg sein 20-jähriges Bestehen.

Etappen im Überblick

Alle Zahlen stammen von den offiziellen Etappenseiten des Tourismusverbands, die Gehzeiten gelten ohne Pausen und Abstecher.

EtappeStartZielkmHöhenmeter auf / abGehzeit
1Pirna-LiebethalStadt Wehlen11,5110 / 1413:30 h
2Stadt WehlenHohnstein10,9499 / 3454:45 h
3HohnsteinAltendorf14449 / 4405:30 h
4AltendorfNeumannmühle18,3553 / 6627:15 h
5NeumannmühleSchmilka13,6587 / 6767:00 h
6SchmilkaKurort Gohrisch17,3641 / 4427:00 h
7Kurort GohrischWeißig16,6568 / 6396:15 h
8WeißigPirna13,8256 / 3605:00 h

Was die einzelnen Etappen ausmacht

  • Etappe 1: Der sanfte Einstieg führt an der Wesenitz durch den Liebethaler Grund, vorbei am Richard-Wagner-Denkmal und durch den Uttewalder Grund mit seinem Felsentor.
  • Etappe 2: Über den Rastplatz Steinerner Tisch geht es zur Bastei. Nach einem Sturm am 31. Juli 2026 sind Waldflächen um Kurort Rathen gesperrt. Der Tourismusverband leitet deshalb ab der Bastei über die Schwedenlöcher in den Amselgrund und ab dem Gasthaus Polenztal über den grünen Strich nach Hohnstein um. Die Umleitung ist 11,13 km lang (Stand 28.09.2026).
  • Etappe 3: Nach der Brandaussicht über dem Polenztal steigst du über 800 Treppenstufen in den Tiefen Grund ab. Der Kohlichtgraben ist derzeit unpassierbar. Empfohlen wird ein Umweg über Goßdorf oder eine Abkürzung ab den Brandstufen durch den Tiefen Grund nach Kohlmühle.
  • Etappe 4: Die längste Etappe führt über den Jägersteig mit Eisenleitern auf den Schrammsteingratweg, dann zum Lichtenhainer Wasserfall und zum Kuhstall, laut Tourismusverband das größte Felsentor der Sächsischen Schweiz.
  • Etappe 5: Durch das Kirnitzschtal geht es auf den Großen Winterberg und von dort hinab nach Schmilka. Der untere Teil des Bergsteigs ist wegen Baumsturzgefahr unpassierbar, die Umleitung über die Winterbergstraße und den Erlsgrund ist rund 700 m länger.
  • Etappe 6: Mit der Fähre setzt du auf die linke Elbseite über. Diese Etappe hat mit 641 m den meisten Aufstieg, unter anderem auf die Tafelberge Papststein und Gohrisch.
  • Etappe 7: Durch das enge Nadelöhr steigst du auf den Pfaffenstein, danach geht es zum Fuß der Festung Königstein. Für einen Besuch der Festung rät der Tourismusverband, zwei Stunden extra einzuplanen.
  • Etappe 8: Der Gratweg über den fast einen Kilometer langen Rauenstein bietet einen Rundumblick, danach geht es an ehemaligen Steinbrüchen entlang nach Pirna. In der dortigen Touristinformation bekommst du für den abgestempelten Wanderpass eine Urkunde.

Offiziell beschreibt der Tourismusverband außerdem kürzere Einteilungen (siehe Häufige Fragen), Anschlusswege etwa von Stolpen, Neustadt, Bad Schandau oder Sebnitz und eine Hunderoute, die schwierige Stellen umgeht.

Für wen eignet sich der Malerweg?

Der Tourismusverband stuft Etappe 1 als leicht bis mittelschwer ein, die Etappen 2, 3 und 8 als mittelschwer und die Etappen 4 bis 7 als anspruchsvoll. Die Etappen sind nicht lang, bringen aber viele Höhenmeter auf kurzer Strecke. Teile des Weges verlaufen über Treppen, Stiegen und Eisenleitern, vor allem im Gebiet der Schrammsteine brauchst du laut Wegträger Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Eine Sicherung ist nicht nötig.

Für die anspruchsvollen Etappen rät der Tourismusverband zu Bergschuhen, Wanderrucksack und bei Bedarf Stöcken. Weil einige Stellen sehr eng sind oder steil abfallen, empfiehlt er, nur mit Tagesrucksack zu gehen und das große Gepäck transportieren zu lassen oder eine feste Unterkunft zu wählen. Mit Kindern sind die Tagesetappen laut Tourismusverband etwa ab zehn Jahren gut machbar, allerdings gibt es nicht an jedem Abhang ein Geländer. Mit dem Fahrrad ist der Malerweg nicht befahrbar, er ist ein reiner Wanderweg.

Im Nationalpark gilt ein Wegegebot. Rauchen und Feuer sind verboten, laut Nationalparkverwaltung auch das Kochen mit einem Outdoorkocher.

Beste Reisezeit

Laut Tourismusverband ist der Malerweg fast das ganze Jahr begehbar. Verschieben solltest du die Tour bei hohem Schnee, Eisglätte oder nach starkem Sturm. Die Monate Mai bis Oktober sind sehr gut besucht, ebenso lange Wochenenden, Feiertage und Ferien. Von November bis Ostern findest du leichter kurzfristig ein Zimmer, manche Unterkünfte haben dann aber geschlossen.

Wegen abgestorbener Fichten besteht in Teilen der Nationalparkregion Baumsturzgefahr. Der Tourismusverband rät, den Wald bei Wind, Starkregen oder Schneelast zu meiden, und veröffentlicht aktuelle Sperrungen und Umleitungen. Schau dort vor jeder Etappe nach, denn Stand 28.09.2026 gelten Umleitungen auf den Etappen 2, 3 und 5. Außerdem liegt die Region in einem FSME-Risikogebiet, Zeckenschutz gehört also ins Gepäck.

Übernachten

Entlang des Weges gibt es Unterkünfte vom Campingplatz bis zum Hotel. Gastgeber mit dem Prädikat „Wanderfreundlich am Malerweg“ nehmen dich auch für eine einzige Nacht auf, bieten Lunchpakete und Trockenräume und helfen teilweise beim Gepäcktransfer. Dort bekommst du außerdem den Etappenstempel und eine Sammelpostkarte. Die Liste dieser Gastgeber findest du auf der Unterkunftsseite des Tourismusverbands, der auch einen kostenfreien Informations- und Buchungsservice betreibt (Telefon +49 3501 470147).

Buche früh: Der Tourismusverband rät dringend zur Reservierung, vor allem für die Hauptsaison. Als Alternative zum täglichen Wechsel empfiehlt er eine zentrale Unterkunft, etwa in Pirna für die Etappen 1 bis 3 und 8 und in Bad Schandau für die Etappen 4 bis 7. Mit der Gästekarte mobil, die Übernachtungsgäste in vielen Orten der Region vom Gastgeber erhalten, fährst du in den VVO-Tarifzonen der Sächsischen Schweiz mit Bus, Bahn und den meisten Fähren ohne zusätzliches Ticket. Ausgenommen sind unter anderem die Fähre in Kurort Rathen und die Personenschifffahrt auf der Elbe.

Wildes Zelten ist verboten, im Nationalpark sind Camping und Zelten generell untersagt. Der Tourismusverband nennt für die meisten Etappenorte Campingplätze in der Nähe, rund um Schmilka (Ziel von Etappe 5) gibt es laut Tourismusverband keinen. Plane auch den Einkauf: An mehreren Etappenzielen, etwa in Hohnstein, an der Neumannmühle und in Weißig, gibt es keinen Supermarkt.

Wo du unterwegs zelten darfst und wo nicht, erklären die Ratgeber Trekkingplätze in Deutschland und Wildcampen in Deutschland.

Wandern ohne Gepäck

Auf der Pauschalseite des Tourismusverbands findest du Angebote „Malerweg ohne Gepäck“ mit vier bis neun Nächten, die Unterkünfte und Gepäcktransport von Quartier zu Quartier bündeln. Als Veranstalter sind dort AugustusTours und CORSO Reisen aufgeführt, zum Teil auch mit Sternwanderungen von einem festen Standort aus. Buchst du deine Unterkünfte selbst, kannst du den Gepäcktransport einzeln buchen, laut Tourismusverband über den Partner Bag&bike TranSport und ganzjährig.

Wie Gepäcktransport und Pauschalreisen grundsätzlich funktionieren und worauf du bei der Buchung achtest, steht im Ratgeber Wandern ohne Gepäck in Deutschland.

Anreise und Rückreise

Mit der Bahn fährst du im Fernverkehr bis Dresden und von dort mit der S-Bahn weiter. Laut Tourismusverband halten Eurocity und Nachtzug direkt in Bad Schandau. Zum Start in Pirna-Liebethal bringt dich der Bus G/L bis zur Haltestelle „Pirna Liebethaler Grund“. Alternativ gehst du von Pirna aus auf einem 7 km langen Anschlussweg (gelber Punkt, rund 2 Stunden) über Pirna-Copitz zum Liebethaler Grund. Am Ziel in Pirna fahren die S-Bahnen S1 und S2, am ZOB Pirna verschiedene Busse.

Laut Tourismusverband lässt sich jede Etappe mit Bus und Bahn starten und beenden, die Haltestellen stehen auf den Etappenseiten. Genauer planen solltest du in Weißig: Die Buslinie 246 fährt dort laut Tourismusverband nur montags bis freitags, sonst erreichst du die Haltestelle „Thürmsdorf, Abzw. Weißig“ der Linie 241 oder die S-Bahn in Kurort Rathen. Verbindungen findest du in der Fahrplanauskunft des VVO.

Mit dem Auto geht es über die A17 bis Pirna. Für eine mehrtägige Tour nennt der Tourismusverband Langzeitparkplätze in Pirna, darunter das Parkhaus Stadtmitte mit eigenem Malerwegticket, einen kostenfreien Parkplatz in Pirna-Copitz an der Elbe sowie zwei Parkplätze in Stadt Wehlen.

Karte und GPX

Den offiziellen GPX-Track für alle acht Etappen findest du auf der Tourenseite Malerweg (alle Etappen, offizielle Version). Jede Etappenseite verlinkt zusätzlich Karte, GPX und PDF der jeweiligen Etappe. Die kostenlose Malerweg-Broschüre mit Etappenkarten und Wanderpass kannst du über die Prospektbestellung anfordern, den Wanderpass gibt es auch als PDF zum Ausdrucken.

Trotz guter Beschilderung empfiehlt der Tourismusverband eine Papierkarte oder eine Wander-App mit Offline-Karten, weil zwischen Felsen und in Tälern oft der Empfang fehlt. Google Maps hält er hier nicht für empfehlenswert.

Häufige Fragen zum Malerweg

Wie lang ist der Malerweg?

Rund 116 Kilometer. Früher wurden 112 Kilometer angegeben, der Unterschied liegt laut Tourismusverband an verschiedenen Messmethoden. Hilfreicher sind die Gehzeiten auf den Wegweisern.

Wie viele Tage dauert der Malerweg?

Offiziell empfohlen sind acht Tagesetappen. Für sportliche Wandernde nennt der Tourismusverband drei kürzere Varianten: in sieben Tagen mit den Zielen Rathewalde, Altendorf, Neumannmühle, Schmilka, Gohrisch, Weißig und Pirna, in sechs Tagen mit Kurort Rathen, Altendorf, Räumichtmühle, Reinhardtsdorf-Schöna, Königstein und Pirna sowie in fünf Tagen mit Hohnstein, Lichtenhainer Wasserfall, Reinhardtsdorf-Schöna, Königstein und Pirna. Eine Einteilung in vier Tagen beschreibt der Wegträger nicht.

Wie schwer ist der Malerweg?

Je nach Etappe leicht bis anspruchsvoll. Vier der acht Etappen stuft der Tourismusverband als anspruchsvoll ein. Voraussetzung sind dort laut Wegträger gute Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.

Wo startet der Malerweg?

Der offizielle Start liegt in Pirna-Liebethal am Eingang des Liebethaler Grundes. Du kannst aber an jedem Etappenort beginnen, und weil der Weg in beide Richtungen ausgeschildert ist, geht er auch „rückwärts“.

Darf man mit Hund auf den Malerweg?

Ja, mit Umwegen. Für Leitern und enge Stellen, etwa an der Wolfsschlucht, am Kuhstall, am Gohrisch oder am Nadelöhr des Pfaffensteins, beschreibt der Tourismusverband Umgehungen und bietet eine eigene Hunderoute mit GPX an. Im Nationalpark gilt Leinenpflicht, in Bus und Bahn Maulkorbpflicht, und für den Hund brauchst du auch mit Gästekarte mobil ein eigenes Ticket.

Geht der Malerweg auch mit nur einer Unterkunft?

Ja. Laut Tourismusverband lässt sich jede Etappe mit Bus und Bahn starten und beenden. Er empfiehlt Orte im Elbtal wie Pirna, Bad Schandau oder Königstein, wo die S-Bahn ganzjährig im Halbstundentakt fährt.

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Quellen

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